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„Das, was ich mir selbst gewünscht hätte, kann ich nun anderen geben“


Als ich vor fast zwei Jahren anfing, mich im Projekt WEICHENSTELLUNG für Zuwandererkinder und -jugendliche der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS zu engagieren, hoffte ich, meine Mentees bei ihrer ersten Etappe in Deutschland begleiten zu können. Als jemand der selbst nicht in Deutschland geboren wurde, war mir die Bedeutung von gegenseitigem Verständnis und Unterstützung immer bewusst. Das, was ich mir als Kind selbst gewünscht hätte, konnte ich nun anderen Kindern und Jugendlichen ermöglichen: eine Person zu haben, die sie außerschulisch unterstützt, motiviert und eine Balance von (sprachlichem) Lernen und Spaß aufrechterhält.

In einer neuen Umgebung Fuß zu fassen, ist eine Herausforderung. Sprache ist jedoch nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern auch ein Schlüssel zur Teilhabe. Durch den Austausch von Geschichten, kulturellen Traditionen und Alltagserlebnissen lernen meine Mentees nicht nur vertiefend Deutsch, sondern entwickeln auch ein tieferes Verständnis füreinander. Als Mentorin vermittle ich dementsprechend nicht nur Wissen, sondern erhalte auch die Möglichkeit, eine besondere Beziehung zu den Mentees aufzubauen.

Die Einzigartigkeit meiner Rolle - ich bin weder Lehrkraft, noch Elternteil und nichtsdestotrotz eine erwachsene Bezugsperson - ermöglicht einen alternativen Zugang zu den Jugendlichen. In der Atmosphäre unserer Gruppe erleben sie ein Umfeld, in dem frei von Wertung, Zwang o.Ä. agiert werden kann. Auch bei unseren Ausflügen sammeln wir stets gemeinsame Erfahrungen, die die Gruppendynamik weiter stärken. Somit ist die Gruppe in den letzten 1,5 Jahren zu einem festen Bestandteil unser aller Alltag geworden. In der Zeit, in der ich meine Mentees betreue, wächst meine Bewunderung für ihren Fortschritt im sozialen und schulischen Bereich immer mehr. Die Realität zeigt, dass mein Engagement als Mentorin weit mehr ist als Hilfe bei der Ankunft in Deutschland. Es ist die Chance der gegenseitigen Unterstützung, des Verstehens und des Wachstums. Und jeder Schritt, den wir gemeinsam gehen, bringt uns näher zu einer Gesellschaft, die Vielfalt als Stärke schätzt.


Was Valerias Mentees über WEICHENSTELLUNG sagen:

„Für mich ist WEICHENSTELLUNG sehr wichtig, genau wie meine Mentorin. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Gelegenheit bekommen habe. Es hat mir beim Deutschlernen sehr geholfen und auch in anderen Angelegenheiten." (Marija)

„In diesen 1,5 Jahren habe ich tolle Freundschaften mit allen aus der Gruppe geschlossen. Mir gefällt auch die Idee dieses Projekts, vor allem, dass es uns Schülern hilft. Wir haben immer eine gute Zeit, sowohl bei den Ausflügen als auch bei unseren Förderstunden, in denen wir Stoff aus dem Unterricht bearbeitet und zusammen gelernt haben. Ich mag unsere Treffen sehr, und möchte nicht, dass es aufhört." (Alex)

„Hi, ich bin Jessica. Ich nehme schon fast zwei Jahre an WEICHENSTELLUNG teil. Zu Beginn fühlte ich mich ein wenig unangenehm, weil wir uns noch nicht kannten. Jetzt finde ich Valeria ganz freundlich, immer bereit allen zu helfen und ganz lieb. Ich sehe sie nicht als meine Lehrerin, sondern als eine Freundin, mit der ich über alles reden kann." (Jessica)

„Das Projekt hilft mir mit der Schule und mit Deutsch, deshalb finde ich es so gut. Zuerst war ich mir ein bisschen unsicher, aber jetzt weiß ich, dass ich mit dem Projekt weiter machen will!" (Warwara)


WEICHENSTELLUNG ist Teil des Bundesprogramms „Menschen Stärken Menschen“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Gemeinsam zeigen wir mit unseren Geschichten während der Digitalen Aktionswoche vom 03. bis 07. Juni 2024, dass Mentoring wirkt.


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