Die Initiative

Junge Menschen zu stärken und ihnen Orientierung zu geben steht im Zentrum der Bildungsaktivitäten der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Mit WEICHENSTELLUNG leistet sie einen Beitrag zu chancengerechter Bildung sowie zu Integration und Teilhabe.

Das ist WEICHENSTELLUNG

WEICHENSTELLUNG ist ein Mentoring-Programm, das motivierte Schüler:innen auf ihrem Bildungs- und Lebensweg begleitet und sie dabei unterstützt, schulische Übergänge gut zu meistern. Denn diese Übergänge sind Weichenstellungen, die über den Bildungserfolg jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen, über den späteren Weg in Studium, Ausbildung und Beruf sowie über gesellschaftliche Teilhabe entscheiden.

Das Konzept von WEICHENSTELLUNG hat die ZEIT-Stiftung 2013 in Zusammenarbeit mit dem Erziehungswissenschaftler Prof. Reiner Lehberger (Universität Hamburg) entworfen. Seitdem wurde es kontinuierlich mit allen beteiligten Pädagogik-Expert:innen und Projektpartner:innen an den verschiedenen Projektstandorten weiterentwickelt.

Das für die Schüler:innen (im Projekt Mentees genannt) kostenlose Programm WEICHENSTELLUNG stärkt gezielt und individuell Kinder und Jugendliche, die aus vielfältigen Gründen auf ihrem Bildungsweg mehr Unterstützung und Anregung benötigen. Lehramtsstudierende begleiten sie als Mentor:innen im schulischen Übergang sowie bei gemeinsamen (kulturellen) Ausflügen – und unterstützen insbesondere Jugendliche in ihren Lebens- und Alltagskompetenzen. Nicht nur die Kinder und Jugendlichen profitieren von dem Programm, auch die Lehramtsstudierende lernen für ihren zukünftigen Beruf.

WEICHENSTELLUNG wächst und zieht Kreise. Dank starker Kooperationspartner:innen ist die Initiative inzwischen neben dem Ursprungsort Hamburg auch in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (Köln, Duisburg und Essen) vertreten. Insgesamt hat WEICHENSTELLUNG mittlerweile 3.669 Mentees durch 1.248 Mentor:innen an 290 Partnerschulen begleitet. Derzeit unterstützen 290 Studierende deutschlandweit 850 Mentees an 167 Schulen.

Mehr Informationen, zum Beispiel zu den einzelnen Bausteinen oder wissenschaftlichen Beiträgen über WEICHENSTELLUNG, hält das Infocenter bereit.

Das Ziel von WEICHENSTELLUNG

Bei WEICHENSTELLUNG geht es um die fachliche Unterstützung und Stärkung der persönlichen Entwicklung von Schüler:innen, die aus vielfältigen Gründen Unterstützung benötigen.

WEICHENSTELLUNG bedeutet Orientierung und Chancengerechtigkeit im Übergang

  • von der Grundschule auf die weiterführende Schule,
  • von der Internationalen Vorbereitungsklasse bzw. Willkommensklasse in die Regelklasse und
  • von der Schule in Ausbildung und Beruf.

Durch die gezielte Förderung und individuelle Begleitung der jungen Menschen will WEICHENSTELLUNG einen erfolgreichen Bildungsübergang ermöglichen – unabhängig von Herkunft und sozialem Hintergrund.

Die Bausteine von WEICHENSTELLUNG

WEICHENSTELLUNG für Viertklässler stellt die Weichen für Viertklässler:innen – mit Potenzial, die mehr Unterstützung benötigen – beim Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium bzw. eine andere weiterführende Schule mit der Perspektive auf einen höheren Bildungsabschluss. Die Schüler:innen erfahren intensive und individuelle Förderung durch Lehramtsstudierende über einen Zeitraum von drei Jahren, von der vierten bis zur sechsten Klasse. Neben der fachlichen Förderung nehmen die Mentees mit ihren Mentor:innen regelmäßig an Ausflügen und kulturellen Aktivitäten teil.

WEICHENSTELLUNG für Zuwandererkinder und -jugendliche unterstützt Kinder und Jugendliche, die schulisch in Deutschland neu beginnen. Lehramtsstudierende, aber auch Studierende anderer Fachrichtungen, übernehmen das Mentoring für diese jungen Menschen, begleiten sie im schulischen Geschehen und erschließen mit ihnen die zunächst fremde Stadt und Kultur. Bis zu zwei Jahre werden die Schüler:innen der Jahrgangsstufe 5/6 und 7/8 im Übergang von der Vorbereitungsklasse – in Hamburg Internationale Vorbereitungsklasse genannt – in die Regelklasse unterstützt.

Mit WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf begleiten die Mentor:innen Jugendliche – mit und ohne (Neu-)Zuwanderungsgeschichte – in den Jahrgangsstufen 9 und 10 und in den Ausbildungsvorbereitungsklassen für Migranten (AvM) an den Beruflichen Schulen bei der Erreichung ihres Schulabschlusses, mit dem Ziel der Anschlussfähigkeit in die Ausbildung bzw. in einen weiteren Bildungsgang. In Köln unterstützen Lehramtsstudierende der Universität zu Köln und Studierende der Sozialen Arbeit der Katholischen Hochschule NRW bei der Vorbereitung auf den Schulabschluss und beim Übergang in die Ausbildung (oder zum weiterqualifizierenden Schulbesuch). In Bayern begleiten Lehramtsstudierende junge Auszubildende mit (Neu-)Zuwanderungsgeschichte in der anspruchsvollen Phase der Berufsausbildung.

So funktioniert WEICHENSTELLUNG

Das bietet WEICHENSTELLUNG

  • Mentoring und Coaching
  • Sprachförderung
  • (über)fachliche Förderung
  • Vermittlung ausbildungsrelevanter Kompetenzen sowie Lebens- und Alltagskompetenzen
  • Persönlichkeitsstärkung
  • ein kulturelles Begleitprogramm
  • Schüler:innen-Workshops zu Alltagskompetenzen

Das bedeutet WEICHENSTELLUNG

Fachliche Unterstützung: Die Mentees erhalten wöchentlich bis zu vier Stunden fachliche Unterstützung in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch in und außerhalb der Schule. Die Mentor:innen vermitteln ihnen Lernstrategien und Wege, damit die Mentees gut lernen und damit ihre schulischen Leistungen verbessern können.

Unterstützung über das Fachliche hinaus: Die Mentor:innen unterstützen ihre Mentees auch in ihrem Arbeitsverhalten, in ihrer Selbstwirksamkeit, ihrer Ausdauer und ihrer Lern- und Leistungsbereitschaft sowie in ihrer Kooperations-, Team- und Kommunikationsfähigkeit. Auch die Vermittlung von Lebens- und Alltagskompetenzen steht im Vordergrund – besonders bei den Jugendlichen, die vor dem Übergang in weiterführende Bildungsgänge bzw. in die Ausbildung stehen.

Kulturelle Teilhabe und Stärkung von Lebens- und Alltagskompetenzen: Neben der Unterstützung in der Schule bzw. Ausbildung gehört zu WEICHENSTELLUNG auch ein (kulturelles) Begleitprogramm, an dem Mentor:innen mit ihren Mentees gemeinsam teilnehmen. Es soll die Persönlichkeit der Mentees stärken und ihr Interesse für Kultur wecken. Sie lernen ihre Stadt besser kennen und sehen zentrale Orte der Stadt sowie die Chancen und Erlebnisse, die sie bieten. In der Regel dauert das Begleitprogramm vier Stunden und findet meist am Wochenende statt.

Die Jugendliche haben die Gelegenheit, an Schüler:innen-Workshops teilzunehmen, um zu erfahren, wie sie beispielsweise richtig mit Geld umgehen, einen Handy-Vertrag schließen, sich gesund ernähren oder sich in einer Diskussion behaupten und ihre Meinung sagen können.

Gezielte Auswahl der Mentor:innen sowie der Mentees
Die Studierenden bewerben sich um die Teilnahme bei WEICHENSTELLUNG und starten nach einem erfolgreichen Auswahlgespräch als Mentor:innen. Für ihr Engagement erhalten sie eine Aufwandsentschädigung und Leistungspunkte für den Praxisanteil des Lehramtsstudiums (optional).

Die Empfehlung der Schüler:innen für die Aufnahme in das Programm als Mentees erfolgt in der Regel nach ausgewählten Kriterien durch die Klassenleitungen der WEICHENSTELLUNG-Partnerschulen. Sobald die Einverständniserklärung der volljährigen Mentees bzw. der Eltern vorliegt, werden sie offiziell in WEICHENSTELLUNG aufgenommen.

Erfolgreiches „Matching“
Das „Matching“, also die Zusammenstellung der Kleingruppen aus Mentor:in und Mentees, erfolgt durch die Klassenleitungen der Partnerschulen. Sie achten dabei darauf, dass die Mentees auch als Team gut zusammenpassen und verändern die Zusammensetzung bei Bedarf.

„Doppeltes Lernen“
WEICHENSTELLUNG stärkt sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Studierenden. Denn diese profitieren durch die Praxiserfahrungen im pädagogischen Alltag und durch die intensive Arbeit mit ihren Mentees. WEICHENSTELLUNG unterstützt zudem die Eltern bei der Förderung ihrer Kinder und ermöglicht es den Schulen, stärker auf die unterschiedlichen Begabungen der Kinder eingehen zu können.

Qualifizieren der Mentor:innen
WEICHENSTELLUNG setzt auf eine professionelle und kontinuierliche Begleitung der Studierenden, um die pädagogisch angemessene Unterstützung der Mentees zu gewährleisten. Die gute Verzahnung mit den Partnerschulen in Hamburg sowie mit der universitären Ausbildung an den Projektstandorten ermöglicht es den WEICHENSTELLUNG-Mentor:innen Praxiserfahrungen für das Studium im Schulalltag zu sammeln. Dies geschieht durch die enge Zusammenarbeit mit Professor:innen der Erziehungswissenschaft bzw. den Zentren für Lehrerbildung an Universitäten sowie mit den Partnerschulen.

So hat beispielsweise das Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) der Universität zu Köln das WEICHENSTELLUNG-Konzept weiterentwickelt und in das Lehramts-Curriculum integriert So können die Lehramtsstudierenden auf diese Weise die obligatorischen Praxisphasen im Bachelor-Lehramtsstudium (das Eignungs- und Orientierungspraktikum sowie das Berufsfeldpraktikum) absolvieren.

Gute Zusammenarbeit

WEICHENSTELLUNG ist erfolgreich, weil alle Beteiligten – von Förderpartner:innen bis zu den Universitäten – eng zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen, das gemeinsame Ziel von chancengerechter Bildung fest im Blick.

Das Zusammenspiel aller Beteiligten bei WEICHENSTELLUNG



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Schirmherrschaft

Die Kinder- und Jugendbuchautorin Kirsten Boie hat seit 2013 die Schirmherrschaft für WEICHENSTELLUNG.

Gesamtkoordination
Dr. Tatiana Matthiesen
Bereichsleiterin Bildung und Erziehung
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg
E-Mail: matthiesen@zeit-stiftung.de